Gratulation an Marc Neubauer und sein Team zum Gesamtsieg im RL-Cup 2015

Mit freundlicher Genehmigung kann man hier seinen Bericht dazu nachlesen:

 

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Unfassbar… mit anderen Worten kann man es einfach nicht ausdrücken!

Wenn man bedenkt, dass das Ganze, bzw. die Idee vor genau einem Jahr in unserer Zentrale (Kneipe) bei 7-274 Bier entstanden ist und wir nun da stehen wo wir stehen, ist das einfach nur unbeschreiblich für uns. „Wenn wir mal auf’s Podium fahren würden wäre das schon sehr geil…“ – das waren genau unsere Aussagen vor der Saison. Dass das Niveau im RL-Cup in den Jahren immer bekloppter geworden ist, darüber waren wir uns natürlich im Klaren.

Nachdem wir mit 18 Punkten Vorsprung auf das zweitplatzierte Team „Motorrad-Renntaxi“ #218 Samstags zum Nürburgring gereist waren, war unsere Mission klar: Einfach alles so machen wie immer. Nach einem schönen Abend mit dem Team und ein paar Freunden aus anderen Teams in der Pistenklause ging es in die Heija. Der Renntag sollte durchweg trocken bleiben, aber es wäre ja nicht die Eifel, wenn… Ich wachte auf und Steve berichtete mir, dass es regnen würde. Na gut, sollte die Sache nicht unbedingt einfacher machen, denn wenn am Vortag die VLN-Autos ihren Gummi auf der Strecke verteilen, spricht das nicht unbedingt für die perfekten Gripverhältnisse. Naja, kann man nicht ändern und die Bedingungen sind schließlich für alle gleich.

Ohne freies Training ging es direkt ins nasse Quali, welches recht zufriedenstellend, aber nicht ganz ohne Probleme für uns verlief. Wie schon öfters dieses Jahr, fuhr ich mit HGs Motorrad im nassen raus, kam jedoch nach ein paar Runden wieder rein, da ich enorme Probleme mit der Schaltung hatte – HG bestätigte mir dies und hatte dieselben Beschwerden. Das Problem wurde jedoch durch unsere Top-Mechaniker schnell analysiert und behoben. Ich fuhr letztendlich 7 Minuten vor Schluss raus und konnte uns noch auf P23 Gesamt und P4 in der Klasse vorfahren – hier ist vielleicht noch zu erwähnen, dass P2 bis P4 innerhalb einer knappen halben Sekunde (0,4sek) lagen. Nur Tim von SERT-Siegen war an diesem Tag irgendwie gedopt und drückte uns knapp 2 Sekunden rein – Hut ab Tim .

Danni fuhr wie immer den Start und kam auch – wie immer – super weg. Nach einem genialen ersten Stint im nassen, wo wir stellenweise lange auf P9 Gesamt lagen, übergab Danni schließlich auf P10 Gesamt und P2 in der Klasse. Ja richtig gelesen, nur P2 in der Klasse, denn der bereits erwähnte Tim Hassler (SERT Siegen) hatte es an dem Tag furchtbar eilige und musste schnell allen davon fahren!  Einfach nur krass was Tim abgezogen hat (teilweise konstante 2.22er Zeiten im nassen), wobei Dannis hohe 2.23 auch wirklich brutal war.

Nach dem Wechsel fuhr HG auf Regenreifen raus, womit Danni nicht ganz so einverstanden war. Er sagte, es wäre fast alles trocken und so kam HG auch, nach nur ca. 9 Runden wieder rein und ich fuhr mit Slicks raus. Beim Fahrerwechsel rief HG zu mir rüber, dass alles trocken sei. Bei meiner ersten Runde – mit frischem Vorderreifen – fragte ich mich allerdings, auf welcher Strecke HG unterwegs gewesen sei, denn unter „alles trocken“ versteh ich definitiv was anderes. Eigentlich komme ich mit solchen Bedingungen sehr gut klar und trotzdessen, dass ich immer wieder Wasser auf dem Visier hatte, konnte ich nach ein paar Runden an die Zeiten ranfahren, die Danni im nassen gefahren ist. Kurz danach wurde der Spray jedoch immer stärker und das anbremsen auf der feuchten Bahn immer unangenehmer. Besser machte es auch nicht, dass mich alle auf Regenreifen überholten und nur ich – gefühlt – der einzige Depp auf Slicks war. Nach insgesamt 8 oder 9 Runden entschließ ich mich, dass Zeichen für’s Reinkommen in die Box zu geben, da es einfach immer nasser wurde und die Zeiten zu arg in den Keller gingen. Bestätigt hat mich auch dann der Sturz von HoGü Ahrens, vom Team Motorrad-Renntaxi, der auch mit Slicks unterwegs war (und es richtig hat krachen lassen) – leider ging er beim Überrunden eines Kollegens zu Boden, da er auf eine zu nasse Stelle kam.

Ich fuhr also wieder rein und HG fuhr wieder mit Regenreifen raus. Diese Fehlentscheidung hat uns natürlich deutlich zurückgeworfen und Tim fuhr auf und davon. Wir fanden uns schließlich auf P4 oder P5 in der Klasse wieder. HG fuhr einen guten und fast kompletten Turn auf den Regenreifen zu Ende und gab schließlich das Signal für den Wechsel. Da Dannis Motorrad wieder auf Regenreifen stand fuhr ich also wieder raus. Die Strecke hatte nun eine richtig trockene Ideallinie, aber es war Konzentration angesagt. Neben der Ideallinie war es noch klitschnass und für Fehler gab es wirklich keinen Platz, was man an zahlreichen Stürzen sehen konnte. Ich kam direkt von der zweiten Runde an in einen guten und schnellen Rhythmus für diese schwierigen Bedingungen, leider begann nun meine Defekt-Orgie. Die linke Aufnahme meines Heckrahmens brach, an der die Verkleidung befestigt ist, und dies sorgte dafür, dass sich auch die restlichen Schrauben lösten – so fuhr ich also mit einer losen Heckverkleidung. Dies war sehr unangenehm und machte meine Rundenzeiten 2-3 Sekunden langsamer als normal, aber ich versuchte meinen Stint durchzufahren, was mir auch gelang.

Danni fuhr raus und zog wie immer ordentlich am Kabel. Auch HG fand wieder zu seiner alten Performance zurück und wir standen schließlich wieder auf P3 in der Klasse. In der Zwischenzeit kümmerten sich Steve, Daryl und Andi um mein Motorrad und versuchten meine Heckverkleidung notdürftig zu befestigen, damit ich meinen letzten Stint antreten konnte. Die Kabelbinder-Konstruktion sah wild, aber vielversprechend aus. Ich war guter Dinge, dass ich einen guten letzten Stint fahren könnte und wir steckten erstmalig an diesem Tag einen frischen Hinterreifen rein.
Noch genau 1,5 Stunden auf der Uhr, das sollte heißen, dass Danni und ich mit nur noch einem Wechsel durchfahren konnten. Leider hatten wir derweil eine 45-sekündige Zeitstrafe erhalten (Box-Speedlimit), die uns das Leben nicht einfacher machen sollte, aber kann man nicht ändern.

Ich fuhr also mit meiner Kabelbinder-Heck-Konstruktion zu meinem letzten Stint raus und fühlte mich wieder wohl. Es schien zu funktionieren… leider war dem jedoch nicht so und so ging es hinten ab der ersten fliegenden Runde schon wieder eine Etage tiefer. Diesmal wackelte das Heck noch mehr und es war richtig unangenehm. Vorallendingen an so schnellen Kurven wie dem Michael-Schumacher S oder dem Hatzenbachbogen war es recht schwierig die Kurve richtig anzufahren. Ich versuchte so entspannt wie es geht zu fahren, da ich das Gefühl hatte, dass ich mich beim Beschleunigen und in den Kurven stark festhalten musste. Schließlich konnte ich mich trotz des Defektes auf 2.12er-2.14 Zeiten einpendeln und ich versuchte mir die ganze Zeit bewusst zu machen, dass unsere Platzierung locker für den Meistertitel ausreichen würde – ganz nach dem Motto, das Reh springt nur so hoch wie es muss.

Nach ein paar schönen Runden mit Steffen Conrad (Luh Langstrecke by Conrad Motorsport) bemerkte ich jedoch komische Geräusche unter mir und auf dem Weg zum Hatzenbachbogen verlor ich deutlich an Leistung. Steffen schlüpfte direkt innen durch und ahnte schon das übel. Die Leistung wurde immer weniger und die Geräusche immer lauter und so war mir kurz vor der NGK-Schikane klar: Motorschaden!
Ich rollte in die Boxengasse und kam noch, wie ein Wunder gerade so an der Box an, wo ich direkt den Qualm unter mir bemerkte. Ich stieg ab und sah die Flammen aus meiner Bugwanne kommen. Gott sei Dank war Jürgen (XERXES Racing) und Steve direkt mit dem Feuerlöscher zur Stelle und konnten schlimmeres verhindern. Resultat: Pleuel durchs Motorgehäuse geschlagen. Naja, that’s Racing und bei einem Motor mit über 40.000 km Laufleistung darf sowas auch mal passieren. Blöd war nur, dass ich nur 12 Runden weit gekommen bin, was heißen sollte, dass wir somit noch ein weiteres mal kurz vor Schluss wechseln mussten.

Steves Papa, der Micha, reagierte Gott sei Dank während dieser ganzen Aktion super schnell und zog direkt den Transponder ab und brachte ihn zu Dannis Motorrad. Auch das restliche Team war schon dabei Dannis Motorrad fertig zu machen und so konnten wir noch Schadensbegrenzung betreiben und verloren nicht allzu viel Zeit.

Danni fuhr, wie immer, einen soliden Turn ohne weitere Probleme und übergab ein paar Minuten vor Schluss an HG. Wir rechneten hin und her, ob es noch – trotz der 45-Sekunden Zeitstrafe – für’s Podium reichen könnte. Letztendlich wäre es nur das Sahnehäubchen gewesen, denn die Hauptsache war, dass HG nach der karrierten Flagge heil über die Ziellinie kommt.

Und so kam es auch!  HG wurde abgewunken und wir waren somit Meister des RL-Cups 2015 in der Klasse 2. Einfach unglaublich. Das Sahnehäubchen kam schließlich auch noch obendrauf, so dass wir nach 6h Stunden schließlich mit nur 16 Sekunden Vorsprung als dritter in der Klasse gewertet wurden. Einfach unfassbar… Die Party war danach war auch legendär, aber hierzu keine Details!

Nun ist es an der Zeit Danke zu sagen!!!

Allen voran natürlich unserem Team, dass immer 100% gegeben haben. Es hat einfach alles 100% gepasst. An der Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen entschuldigen, die ich in manchen Situationen vielleicht ein bisschen – Anspannungsbedingt – angemotzt habe… sorry! Jeder einzelne hat seinen Teil dazu beigetragen! Seien es die Jungs an der Boxenmauer, meine Fahrerkollegen Danni und HG, die Mädels in der Küche, die Tankjungs, oder die Mechaniker an den Motorrädern, etc.

Desweiteren möchten ich mich bei meinen Sponsoren und Partnern bedanken: MM Autoteile, REDNIB, GOEDE Motosport, EGM Motorrad, RIEGER Rennsport, BURSIG Motorradteile, HSR Reifenwärmer, LEDERSPEED, TTs Bikeshop, Haefner Folien.

Auch möchten wir uns natürlich bei Laelia Shirt-Art für das tolle Sponsoring der Meistershirts bedanken – Vielen Dank hierfür!!!

Zuguterletzt möchte ich mich natürlich bei Katrina, Steve und meinen Eltern, bzw. meiner ganzen Familie bedanken. Hervorheben möchte ich jedoch hierbei HG und meinen Onkel Thomas, die mich diese Saison (wiedermal) außergewöhnlich unterstützt haben und ohne die es einfach nicht gegangen wäre. VIELEN VIELEN VIELEN VIELEN DANK!!!!!!!!!!!!!!!

Auch das Team des DMC soll nicht unerwähnt bleiben, die ein super tolle Meisterschaft auf die Beine gestellt haben, genauso wie die Fahrer des RL-Cups. Es war für mich stets ein faires und super miteinander, sowohl auf als auch neben der Strecke. Ich durfte viele neue und gute Menschen kennenlernen, die mir echt ans Herz gewachsen sind.

Ich hoffe ich habe niemanden vergessen und nun bin ich auch fertig mit meinem kleinen Roman…

Es bleibt nur nochmal an alle zu sagen: Vielen vielen Dank!!!!

Bis dahin,
Eure #7

 

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